Tony Cragg

Abbildung: Tony Cragg, "w.t." (Ausschnitt), 2008, Skulptur, Bronze, 132x67x67 cm
Abbildung: Tony Cragg, "w.t." (Ausschnitt), 2008, Skulptur, Bronze, 132x67x67 cm

Eröffnung Mittwoch, 25.03.2009, 19 Uhr
Ausstellungsdauer
bis 30.05.2009

Noch vor einigen Monaten, von Januar bis Mai 2008, stellten sich die raffinierten Skulpturen Tony Craggs den Grimassen Messerschmidts im Unteren Belvedere (Wien). Ab 25. März 2009 werden seine neuen Arbeiten im Rahmen einer Einzelausstellung in der KnollGalerieWien zu sehen sein.

Der gebürtige Engländer studierte am Londoner Royal College of Art, wo er vom Konzept-Künstler Richard Long beeinflusst wurde. Mitte der 70er Jahre zog er wegen einem Lehrauftrag nach Deutschland, seither lebt und arbeitet er in Wuppertal.

Cragg und die KnollGalerieWien&Budapest gehen seit Anfang der 90er Jahre erfolgreich gemeinsame Wege. In dieser Zeit wurden 15 retrospektive Ausstellungen in ost- und mitteleuropäische Museen organisiert, zuletzt 2005 im Central House of Artists in Moskau, die das Ansehen des Künstlers und der Galerie in ganz Osteuropa und speziell in Russland gestärkt haben.

In unserer von Bewegung geprägten medial-gesteuerten Welt wagt Cragg als quasi klassischer Bildhauer seine Arbeit der freistehenden Skulptur zu widmen, und wird dafür mit renommierten Preisen (unter anderem 2007 Praemium Imperiale, 2002 Piepenbrock Preis für Skulptur, 1988 Turner Prize) und Ausstellungsangeboten in den wichtigsten internationalen Kunstzentren (2008 Unteres Belvedere Wien, 1997 Biennale Venedig, 1996 Centre George Pompidou Paris) belohnt.

Craggs Skulpturen spielen mit der Wahrnehmung des Menschen, der stets Undefiniertes durch Projektion bekannter Formen und Muster einzuordnen versucht. Er arbeitet mit scheinbaren Schichtungen, Drehungen, Dehnungen und Verschiebungen des Materials entlang einer imaginären Wirbelsäule.

Cragg: ?Ich halte es für nützlich und sogar notwendig, die Plastik als Ergebnis eines kausalen Prozesses anzusehen, und damit der Oberfläche einer Plastik eine gewisse Valenz, eine reale Wertigkeit zuzuschreiben. Die Oberfläche ist nicht einfach nur ein Zufallsprodukt.? (Jon Wood im Gespräch mit Tony Cragg, ?Wenn Bildhauer Gesichter schneiden?, in: Tony Cragg >< F. X. Messerschmidt, 2008, 13)

Seine elegant verspielten Skulpturen aus Holz, Stein, Gips oder Bronze regen mit ihren Windungen unsere Fantasie an. Wir forschen entlang ihrer Silhouetten positiv und negativ, innen und außen nach bekannten Strukturen, Formen, Körper, Landschaften... Und wer mit den neuen Skulpturen Craggs schon einmal Bekanntschaft gemacht hat, sucht nach den Gesichtern, die viele seiner Arbeiten markant durchziehen. Fixiert auf eines dieser in Stein gemeißelten Profile, wird es durch unsere Bewegung zum Leben erweckt, verändert seine Mimik, wandert die Skulptur hinauf und hinunter, teilt sich, verschwimmt, bis es schlussendlich in den Windungen verloren geht.

Doch Cragg selbst meint dazu: "Meine Absicht war nicht, Portraits zu schaffen, sondern vielmehr, die axialen Blicke mit erkennbaren Silhouetten zu markieren. Geht man einen Schritt aus der Achse, beginnen die Gesichter zu grimassieren, und tritt man noch weiter aus der Achse heraus, zerschmilzt die Säule zu unerwarteten skulpturalen Volumen." (Tony Cragg, "Wirbelsäule Continued (2006)", in: Tony Cragg, In and Out of Material, 2006, 183)

Eine Auswahl der neuesten Arbeiten aus dem Atelier Tony Craggs wird ab dem 25. März 2009 in der KnollGalerieWien ihre Besucher zum Staunen erregen.

Weitere Informationen und Bilder zu der Ausstellung senden wir Ihnen gerne auf Ihre Anfrage.

 

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