Eastern European Collectors
Knoll Galerie Wien

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Ramallah

2004 besuchte ich zwei Mal Israel im Rahmen des Projekts ?Art and War?. Das Projekt wurde von den deutschen Goethe Instituten in Tel Aviv, Jerusalem und Ramallah unterstützt. Es beinhaltete Konferenzen, Ausstellungen und Treffen mit israelitischen und palästinensischen Künstlern und Studenten.
Tel Aviv und Jerusalem hatte ich schon früher besucht. Ramallah war mir dagegen nur aus den Berichterstattungen im Fernsehen bekannt. In den 15 Jahren, in denen ich als Journalistin für einen deutschen Radiosender gearbeitet habe, habe ich viele Informationen über dieses Gebiet aufgenommen, da ich rein meine beruflichen Interessen verfolgte. Die Medienpräsenz von Arafat war sehr auffällig, vor allem wenn man sie mit der Bevölkerungsanzahl, der wirtschaftlichen Bedeutung und kulturellen Relevanz Palästinas, das von Arafat repräsentiert wurde, vergleicht.
Im Fernsehen war Arafat omnipräsent: man konnte ihn bei den Treffen mit allen führenden Politikern der Welt sehen und selbstverständlich in seiner offiziellen Residenz in Ramallah, Muqata?a. Diese wurde immer wieder auf die gleiche Weise gezeigt: ein kleiner Platz vor der Residenz, auf dem sich eine Menge Journalisten und Haufen von zornigen jungen Menschen mit Waffen in den Händen versammelten.
Als ich Arafats Residenz das erste Mal mit meinen eigenen Augen sah ? zu dieser Zeit war er noch am Leben ? war ich von der friedlichen Atmosphäre, ihrer Attraktivität für Touristen und ihrer generellen Ausstrahlung einer künstlerischen Installation überrascht. Der Platz erschien außerhalb des einengenden Blicks der Fernsehkameras ganz anders als in der standardisierten, globalpolitischen Medienübertragung.

Natalia Nikitin, 2004 (aus dem Englischen von KnollGalerieWien)