Alexander Brener und Barbara Schurz - Last seen entering the MUMOK

Last seen entering the MUMOK, Tusche und Aquarell auf Papier, 38x28,5 cm

Eröffnung: Mittwoch, 30. März 2011, 19h
Ausstellungsdauer bis 07. Mai 2011

Die Knoll Galerie Wien zeigt ab 31. März 2011 die neue, gerade in Berlin entstandene Serie von Zeichnungen des Künstlerduos Alexander Brener & Barbara Schurz.

Mit dem Statement und gleichzeitigen Ausstellungstitel „Alexander Brener und Barbara Schurz: Last seen entering the MUMOK“ kehrten sie letzten Herbst Wien den Rücken zu, aber nicht ohne eine gleichnamige Arbeit zu hinterlassen. Die auf Blatt gebannte Bildergeschichte zeigt das Paar in freudiger Erregung, bevor sie das in Flammen stehende MUMOK nackt beehren, und darin liegend verkünden „We made it“. Umgeben von Museumsquartier Bobos natürlich. In einer anderen Zeichnung wiederum, stellen sie Ausschnitte aus dem ungewöhnlichen Leben des Wehrpflichtverweigerers, Poeten und Rebellen Arthur Cravan dar, der ständig auf der Flucht, seiner Liebe Mina Loy nach Buenos Aires folgen wollte, jedoch von der Probefahrt auf dem Pazifik nie zurückkehrte. Sein Verschwinden sorgte noch lange Zeit für Spekulationen, und ließ einen Mythos um seine Person entstehen.

In weiteren Arbeiten wie „Trubalotta continua. Seven pillars of wisdom“ oder „An unknown girl who refuses to participate in the system“ kommentieren sie  auf ironische Weise Alltag, Politik, Kunst oder Gesellschaft.
Didaktisch umgesetzt in der Tradition des Luboks, des russischen Volksbilderbogens, aktualisieren Brener & Schurz in ihren Zeichnungen dieses lange Zeit beliebte, aber in Vergessenheit geratene Medium als „Sprachrohr“ des Volkes.

Die theatralisch spielerische, und zugleich pointiert plebejische Bildsprache kombiniert mit Text, liefert sarkastische Zitate über die kritisierte dominierende Kultur der Ausbeutung und des Kapitals. Eine Thematik, die Brener & Schurz auch in ihren zahlreichen Büchern analysieren, welche mit appellierender Prosa, Versen und Zeichnungen  ausgestattet, einen wichtigen Platz in ihrer künstlerischen Produktion einnehmen. Wir freuen uns daher sehr, neben den 20 Zeichnungen, ihr soeben neu erschienenes Buch „Römische Offenbarungen“ präsentieren zu können.