Ákos Birkás - Das Ganze und der Rest

Eröffnung: Mittwoch, 18. November 2015, 19h
19.11.2015 - 16.01.2016

  • Ákos Birkás, Man sieht es nicht (One can't see it), oil on canvas, 2015, 100x150 cm
  • Ákos Birkás, Beschädigtes Bild 1 (Damaged Work 1), oil on canvas, 2015, 80x100 cm
  • Ákos Birkás, Beschädigtes Bild 2 (Damaged Work 2), oil on canvas, 2015, 60x70 cm
  • Ákos Birkás, Geflüsterter Protest (Whispered Protest), oil on canvas, 2015, 100x130 cm
  • Ákos Birkás, Beschädigtes Bild 4 (Damaged Work 4), oil on canvas, 2015, 70x80 cm
  • Ákos Birkás, Beschädigtes Bild 5 (Damaged Work 5), oil on canvas, 2015, 100x80 cm
  • Ákos Birkás, Beschädigtes Bild - Ostkunst (Damaged Work -Eastart ), oil on canvas, 2015, 80x100 cm cm

Ab 19. November zeigen wir neue Werke von Ákos Birkás, die ein neues Kapitel in seiner Entwicklung öffnen. Bekanntgeworden durch seine großformatigen, abstrakten Köpfe, die über die ersten Jahrzehnte seiner künstlerischen Laufbahn entstanden sind, erweitere Ákos Birkás um das Jahr 2000 seine Bildsprache hin zur Figuration. Der Kopf blieb dabei im Zentrum der Aufmerksamkeit, auch in der kurz darauffolgenden Serie der querformatigen Köpfe mit oftmals dramatischem Hintergrundgeschehen. Mit seiner intensiven Auseinandersetzung der vielschichtigen Bedeutungsebenen des medialen Bildes, folgte eine weitere prägnante Phase figurativer Malerei, die sich bis in sein aktuelles Schaffen zieht.  

In seiner neuen Serie tritt die figurative Darstellung nun stark in den Hintergrund, und befragt nicht nur das Verhältnis zwischen Abstraktion und Figuration, sondern auch universelle Fragestellungen der Positionsbestimmung zwischen Machtzentren und Peripherien:

„Meine Malerei hat sich in der letzten Zeit stark verändert. Die Bilder zeigen gegensätzliche, aus ästhetitscher Sicht unvereinbare und grossteils abstrakte Elemente, doch mit dem klassischen Anspruch der Einheit der Komposition. Also nicht als Montage des Beliebigen. Die zwei Ebenen des Bildes sind hier nicht „gleichberechtigt”. Der eine Teil tritt mit dem Anspruch auf, das GANZE zu sein, der andere nur als bruchstückartiger REST, der unintegriert bleibt. Meine Bilder haben sich verändert, weil sie damit auf die Veränderungen und Verschiebungen in der Situation der europäischen Gesellschaften reagieren will. Diese Veränderungen sind wahrscheinlich tiefgreifender als wir denken. Ich frage mich, ob die übliche gesellschaftkritische Haltung eines Intellektuellen seine vorantreibende Rolle weiter spielen kann, oder ob diese eher nur zur Bildung isolierter, selbstbezogener Gruppen führt.

Es ist klar, dass meine Malerei aus Osteuropa kommt, das in seinem politischen Denken Russland näher steht, als dem europäischen liberalen Denken. Dort gibt es keinen Dialog mehr zwischen der sich um die zentrale Macht sammelnde Mehrheit und zwischen denen, die die Zentralisierung und Vereinheitlichung kritisieren und zurückweisen.

In den letzten zehn Jahren hatten meine Ausstellungen Bilder mit offensichtlicher und direkter politischen Aussage präsentiert. Ich meine, dass „Das Ganze und der Rest” auch einen Versuch von politischer Malerei zeigt, doch in einer weniger direkten, in eher abstrakter Form. Das heisst, dass ich mich von der unmittelbaren politischen Aussage zurückhalten möchte, um ein Problem auf einem breiteren ästhetischen Deutungsfeld erscheinen zu lassen.“ Ákos Birkás