clouds on nails - Tomek Baran (PL), Monika Smyła (PL), Bartosz Kokosiński (PL)

Kuratorinnen: Małgorzata Jędrzejczyk, Ulrike Payerhofer

Eröffnung: Mittwoch, 5. Juni 2013, 19h
06. Juni - 31. August 2013

  • Tomek Baran, untitled, textile on wooden stretcher, 2013, 115x80 cm
  • Tomek Baran, untitled, enamel on canvas, 115x90 cm, 2012
  • Monika Smyłas, cut 2, cut canvas, 150x120 cm, 2012
  • Monika Smyła, cut 8, cut canvas, 2013, 40x35 cm
  • Bartosz Kokosiński, from the Charred paintings series, oil on canvas, 2012, 89x70x17 cm
  • Bartosz Kokosiński, Loathsome, oil on canvas, 2012, 114x80x70 cm
  • Tomek Baran, untitled, enamel on canvas, 2011, 62x51 cm
  • Monika Smyłas, cut 4, cut canvas, 150x120 cm, 2012
  • Bartosz Kokosiński, painting devouring a Still Life, mixed media, 2012, 112x65x20 cm

Abstraktion ist in der aktuellen polnischen Kunstszene keine dominierende Strömung. Das Reale, das seine starke Position mit Hilfe der so genannten kritischen Kunst im Polen der 90er Jahre etablierte, feiert seine Triumphe auch heutzutage und bleibt an der Spitze des lokalen Kunstmarkts sowie in der internationalen Rezeption polnischer Kunst. Die intensive Auseinandersetzung mit den politischen und gesellschaftlichen Veränderungen in den 80er und besonders 90er Jahren, wurde durch provozierende, Tabu brechende Inhalte transportiert, und verhalf den Künstlern dieser Generation zu Anerkennung im eigenen Land sowie international. Viele der jüngsten Künstlergeneration bauen auf jene Errungenschaften und knüpfen an die Strategien und Ausdrucksformen ihrer Vorgänger an, wobei experimentellere Ansätze die nicht der gängigen Bildsprache folgen, mehr in den Hintergrund rückten. Dennoch bildet sich gerade aus jenen Impulsen eine neue, junge und selbstbewusste Künstlergeneration heraus, die eigene Wege unabhängig von lokalen Kunstmarkttendenzen einschlägt. 


Die Ausstellung zeigt drei  Künstler die sich unterschiedlich mit Abstraktion auseinander-setzen, sich aber immer wieder an bestimmten Schnittstellen treffen. Sie beschäftigen sich mit  Ausprägungen von Raum im klassisch zweidimensionalen Tafelbild, dem Spiel zwischen Bild und Objekt, zwischen Abstraktion und Figuration, und Spuren des Organischen innerhalb der als kühl, distanziert oder transzendental konnotierten abstrakten Kunst. 

Tomek Barans Werke hinterlassen beim Betrachter aufgrund ihrer Geschlossenheit, Kühle und Perfektion eine gewisse Distanziertheit, aber auch innere Ruhe. Die formale Vollkommenheit spielt sich auf einer scheinbar leblosen, oft monochromen Oberfläche ab. Die reduzierte Ästhetik Barans bändigt die physischen Spuren der Entstehung mit gekonnt ausgewogener Spannung: Leinwände von älteren Werken werden zerknittert, gefaltet, beschwert, mit Farbe oder Lack übergossen und erhalten ein neues Leben. Die Falten und Risse auf der Oberfläche lassen die Vergangenheit da und dort durchblitzen, und verleihen dem Werk gleichzeitig mehr Raum. Baran widmet sich intensiv den essenziellen Elementen der Malerei wie Struktur, Farbe und Komposition, bleibt aber nicht formalen oder technischen Fragen verhaftet, sondern integriert den Prozess der Entstehung, den Akt des Werdens offensichtlich. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Scheitern bleibt dabei immanenter Bestandteil des Werkes.

Bartosz Kokosiński Bilder scheinen tatsächlich einen Anspruch auf Freiheit und Eigenleben zu erheben, unabhängig von ihrem Autor. Sie rollen oder bäumen sich auf, die Leinwand quillt aus dem Rahmen heraus, sie biegt sich unerwartet oder drapiert sich elegant. Diese objekthaften Werke scheinen ihre eigene Existenz jenseits des Willens oder der Idee des Künstlers zu behaupten. Den Gegenpart bildet seine fantastische Serie „Paintings devouring Reality“, Bilder die die Realität verschlingen. Koksinski schafft durch Biegen der Leinwände und Keilrahmen Hohlräume, in die er im wahrsten Sinne des Wortes das Leben stopft – seien es ausrangierte Elektrogeräte, ausgestopfte Tierkörper, Äste, Kleidung oder Pflanzen. Der Fundus ist unerschöpflich. Die Objekte liefern ein direktes Abbild unserer Zeit, und verhüllen es gleichzeitig.

Der Ausgangspunkt für Monika Smyłas Bilder  ist die menschliche Figur. Diese wird aber von der Künstlerin dahingehend transformiert, dass sie auf den ersten Blick kaum zu erkennen ist. Shilouettenhafte Fragmente des Körpers werden durch Ausschneiden aus der Leinwand herausgebildet und fixiert. Besonders wichtig ist hierbei das Licht, das die dreidimensionale Figur mittels Schatten wieder zweidimensional auf die Leinwand zurückwirft. Die Flüchtigkeit dieses Effekts bildet je nach Lichteinfall immer wieder neue Kompositionen, auch die Wand auf der das Bild gehängt wird, wird durch das Ausschneiden ein Gestaltungselement im Werk. Monika Smylas Bilder balancieren stets zwischen Abstraktem und Figurativem, Zweidimensionalem und Objekthaftem.

Tomek Baran, geb. 1985, studierte Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Krakau. Lebt und arbeitet in Krakau.

Bartosz Kokosiński, geb. 1984, studierte Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Krakau. Lebt und arbeitet in Warschau.

Monika Smyla, geb. 1985, studierte Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Krakau. Lebt und arbeitet in Krakau.

Mit freundlicher Unterstützung von: