Orshi Drozdik - O.D.F.A.M. Orshi Drozdik Feminist Art Museum

Ausstellungseröffnung: Dienstag, 17. September, 19 Uhr

 

 

Die Ausstellung „O.D.F.A.M.“ zeigt photographische Arbeiten und Malerei der feministischen Performancekünstlerin Orshi Drozdik. Durch die Verwendung unterschiedlicher Ausdrucksformen und Medien beschäftigt sich die ungarische Künstlerin bereits seit den 70er Jahren mit der Repräsentation des weiblichen Körpers unter dem Einfluss einer patriarchalen Bildproduktion. Die Grundlage für diese Auseinandersetzung bildet Drozdiks kontinuierlich weiterentwickeltes Konzept der „ImageBank“, einer Sammelbank aus fotografiertem Bildmaterial, welche kunsthistorische Abbildungen wie auch Medienbildern der Populärkultur umfassen. Die Künstlerin nimmt diese Sammlung als Ausgangspunkt um die Bildproduktion des Patriarchats genauer zu untersuchen und dessen generierte Bedeutungen sowie ideologischen Implikationen kritisch zu beleuchten. Mittels Lichtprojektion werden die Fotographien in Drozdiks performative Praxis eingebunden und durch das Wechselspiel mit der Inszenierung ihres meist nackten, weiblichen Körper rekontextualisiert.

In der Ausstellung werden unter anderem mehrere frühe Fotoserien der Künstlerin gezeigt, die mit der beschriebenen Praxis in Verbindung stehen. In der Serie Nude Model (1975-1977) verwendet die Künstlerin in ihrem performativen Prozess historisch akademische Aktmodell-Arrangements aus dem 19. Jahrhundert, die sie aus dem Bibliotheksarchiv der Ungarischen Akademie der Bildenden Künste bezog. In Individual Mythology (1975) bindet Orshi Drozdik Photos von Tänzerinnen aus der ImageBank in die Inszenierung ihres Körpers mit ein um ihre Selbstbestimmtheit als weibliche Künstlerin hervorzuheben. Die Serie Blink and Sigh (1977) steht mit Drozdiks Auseinandersetzung um die Songs von Armanda Lear in Verbindung, die Mitte der 70er Jahre als „Discoqueen“ gefeiert wurde. Während Lears Song I am a photograph davon handelt, wie aus einer Frau durch den männlichen Blick ein glamouröses Werbebild wird, setzt Orshi Drozdik auf eine künstlerische Selbstbestimmung, dessen Kern darin besteht, selbst über das eigene Bild zu bestimmen und sich durch eine feministische Subjektivität selbst zu repräsentieren.

 

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