Mara Mattuschka - La Vie En Rose

Eröffnung: Mittwoch, 16. Mai 2018, 19h
17.05.2018 - 21.07.2018

  • Mara Mattuschka_Labrador_2018
  • Mara Mattuschka_Portraits_2018
  • Mattuschka_La_Vie_En_Rose_2018
  • Mara Mattuschka_Peter_2018
  • Mara Mattuschka_Dorian_2018

Die  Knoll Galerie Wien zeigt die neuesten Gemälde der Malerin, Film- und Theatermacherin Mara Mattuschka ab 17. Mai 2018. Im Mittelpunkt der ausgestellten Werke steht nicht mehr die Künstlerin in unterschiedlichen Identitätskonstruktionen und aus verschiedenen Perspektiven wiedergegeben, sondern nicht identifizierbare Androgyne, betrachtet „durch die rosarote Brille“. Mara Mattuschka zeigt die Schönheit mit dem naiven, nicht wertenden Blick einer Malerin.

Die Gestalten treten in unterschiedlichen Posen und Einstellungen auf die imaginäre Bühne des Bildes, um ihre Seele durch den Körper und die Mimik zum Ausdruck zu bringen. Die meisten Akteure entfalten sich alleine, wenn niemand sie beobachten kann. Ihre Posen erwecken aber den Eindruck, dass sie gerade spielen und die Aufmerksamkeit auf sich richten möchten.

Die androgyne, rosahaarige Hauptfigur des Bildes „La Vie En Rose“ ist in einer frontalen Ansicht und unter Frontlicht zu sehen, wodurch ihr selbstsicheres Auftreten verstärkt wird. Der rosafarbene Umhang wird enthüllt und es steht der Selbstinszenierung nichts mehr im Wege. Bei einer weiteren Figur werden die Geschlechtsmerkmale in den Fokus gestellt. Der Mann trägt hohe Schuhe, die seine Identität zu verdeutlichen scheinen. Er ist der zeitgenössische Dorian Gray, ein narzisstischer Hipster, der vielleicht gerade der Malerin Model sitzt. Auf dem Bild "Labrador" ist der Zuschauer Teil der Komposition. Eine einsame mutierte Gestalt wird von einem Hund betrachtet. Die Tier und die groteske Figur liegen im Rampenlicht. Dadurch wird deutlich, dass der animalische Blick der Protagonist des Gemäldes ist.

Mara Mattuschkas setzt das Licht auf den Gemälden wie im Theater und Film ein, es verleiht den Dargestellten ihren Charakter und Mehrdeutigkeit. Sie sind keine Portraits, sondern Repräsentationen allgemein gültiger Gefühle und der menschlichen Seele. Die unterschiedlichen Identitäten weisen auf die Buntheit unserer Gesellschaft und die angenommenen Rollen der Menschen hin. Gleichzeitig rücken die Unterschiede durch den neugierigen und offenen Blick der Künstlerin in den Hintergrund.

In dem neuesten Film Mara Mattuschkas werden die Motive des Theaters und die verschiedenen Identitäten durch ein weiteres Medium ausgearbeitet. Der philosophische Traktat "Phaidros" von Platon dient als Vorlage des Filmes. Die Künstlerin nimmt die Themen Liebe, Freundschaft und Verführung in der spannenden Kulisse eines Queer-Lokals und eines Theaters unter die Lupe.

Die unterschiedlichen Kunstgenres entstehen aus der gleichen kreativen, schöpferischen Aufregung und beinhalten die Beruhigung nach der erzielten Harmonie. Am Ende des Prozesses spielt ein einzelner ruhiger Ton im Kopf der Malerin und während der Ausstellung ertönt Edith Piaf in den Ohren der ZuschauerInnen. 

Text: Rebeka Erdö

Aktuelles

Paul Horn wurde den Diagonale Preis "Szenenbild" für die Filmausstattung des Filmes "Phaidros" von Mara Mattuschka (Autor, Regie, Produktion, Schnitt) verliehen und mit 3000 Euro von der VdFS dotiert.