Forsaken Utopias

Eröffnung: Donnerstag, 25. Jänner 2018, 19h
26.01.2018 - 24.02.2018

verlängert bis 3. März 2018

  • 6326 moni k. huber ruine hotel marina lucica oil watercolour paper on canvas 140x190 cm 2017 web
  • Kalinova series Hot modern3 Piestany 160x106cm web
  • Kalinova series Hot modern 160x106cm web
  • Moni K Huber Hotelruine Haludovo 3 140x190 oil watercolour paper on canvas 2015 web
  • Csaba Nemes, Numbered Streets, mixed technic, paper, 29,5x42 cm, 2017
  • Csaba Nemes, The Monster of Modernity, oil on canvas, 65x90 cm, 2017
  • Moni K. Huber, Ruine Hotel, Marina Lucica, oil, watercolour, paper on canvas, 140x190 cm, 2017
  • Andrea Kalinova, series Hot modern, 160x106cm, 2014-2016
  • Andrea Kalinova, series Hot modern 160x106cm, 2014-2016
  • Moni K. Huber, Hotelruine Haludovo, 140x190, oil, watercolour, paper on canvas, 2015
  • Csaba Nemes_Moni K. Huber_Forsaken Utopias_Installationview_01_2018
  • Csaba Nemes_Andrea Kalinova_Forsaken Utopias_Installationview_01_2018
  • Moni K_Huber_Forsaken Utopias_Installationview_01_2018
  • Csaba Nemes_Forsaken Utopias_Installationview_01_2018

"Forsaken Utopias", kuratiert von Pia Jardi, wird in der Kooperation mit der Galerie Gans in zwei Wiener Galerien präsentiert. Die Werke von drei KünstlerInnen Moni K. Huber, Andrea Kalinová und Csaba Nemes zeigen verschiedene Konstruktionen mit geänderten Funktionen und Ruinen der Vergangenheit.
 
Im Laufe der Geschichte haben Ruinen in der Natur viele Künstler inspiriert. Sie sprechen unsere Vorstellungskraft an, helfen uns, den unausweichlichen Zeitablauf zu visualisieren und erinnern uns an unsere eigene Vergänglichkeit. Im weitesten Sinne sind Ruinen auch ein Symbol für Zerstörung und Zusammenbruch.

Während der Renaissance veranschaulichte die Darstellung römischer Ruinen die theoretischen Grundlagen des Klassischen Altertums. Mit der Entstehung der Archäologie als wissenschaftliche Tätigkeit im 18. Jahrhundert wurden die Ruinen antiker Bauten Teil der Landschaftsmalerei. In der Zeit des romantischen Subjektivismus im 19. Jahrhundert stand die Ruine für die Unmöglichkeit, die Zeit zurückzudrehen, die den von Nostalgie überflutete Mensch empfindet. Seit der Geburt der Fotografie, aber besonders seit dem 20. Jahrhundert, wurden die durch Bombenangriffe entstandenen Ruinen mittels Fotografie und Dokumentation von den Medien verbreitet und trugen dazu bei, das wahre Gesicht des Krieges zu zeigen.

Das gesamte Erbe der genannten Bedeutungen (Ruine-Zivilisation, Gegenwart-Vergangenheit, Aufbau-Zerstörung) bewegt sich zwischen Imagination und Realität. Die Darstellungen - Bilder, Fotografien, Filme - von Moni K. Huber, Andrea Kalinová und Csaba Nemes verweisen auf Orte im sogenannten kommunistischen Block, die verlassene Architekturen zeigen, die heute in Trümmern liegen oder neue Funktionen erfüllen: durch das durchlaufen des Sozialismus bis in die Gegenwart haben sie eine andere Bedeutung erlangt. Ein Großteil der Architektur (Hotels und Fremdenverkehrsorte an der kroatischen Küste) war zum Zeitpunkt ihrer Errichtung ein echtes Paradigma der Moderne, die  eine Zukunft voller Versprechungen darstellte. Aus heutiger Sicht könnte man fragen, ob diese zerstörte und aufgegebene Architektur nicht die Spiegelung eines Zusammenbruchs, das Scheitern einer Utopie darstellt.

Die Konstruktionen bilden eine interessante Metapher da ihnen ihre ursprüngliche Funktion sowie Nutzung verloren gegangen ist (ein Kurort in der Slowakei, staatlich geförderte Wohnungen in Ungarn). Dadurch entstehen übereinanderlagernde Schichten der Geschichte und unterschiedliche Erzählungen. Die Konstruktionen helfen manchmal Bedeutungen aufzudecken, die erhellender als die Geschichte politischer Ereignisse sind. (Pia Jardí)

18:00 Galerie Gans (Kirchberggasse 4, 1070 Vienna) Präsentation von Csaba Nemes
19:00 Galerie Knoll  (Gumpendorferstraße 18, 1060 Vienna) Eröffnungsrede von Judit Angel (Kuratorin, Kunsthistorikerin)

Mit freundlicher Unterstützung von: