Csaba Nemes - Side Sectional View

Eröffnung: Mittwoch, 29. März 2017, 19h
30.03.2017 - 03.06.2017

  • Csaba Nemes, A Forgotten Empire, 200x150 cm, 2016
  • Csaba Nemes, Post-War Swimming Pool, oil on canvas, 40x50 cm, 2016
  • Csaba Nemes, Who (02), oil on canvas, 110x150 cm, 2017
  • Csaba Nemes, Side Sectional View, oil on canvas, 90x120 cm, 2016
  • Csaba Nemes, Deeper and deeper (03), oil on canvas, 70x50 cm, 2016
  • Csaba Nemes, Who, mixed media on paper, 29,7x42 cm, 2016
  • Csaba Nemes, Refusal (04), oil on canvas, 100x120 cm, 2017
  • Csaba Nemes, Deeper and deeper, oil on canvas, 90x60 cm, 2016

Knoll Galerie Wien freut sich, die Einzelausstellung Side Selectional View von Csaba Nemes anzukündigen.

Der Künstler befasste sich für die Ausstellung intensiv mit der Flüchtlingsproblematik, von welcher Ungarn 2015 stark betroffen war. Nemes schildert seine Erlebnisse: „Ich ging während der Flüchtlingskrise durch den Keleti Bahnhof in Budapest, wo hunderte von Menschen auf dem Boden der Unterführung sassen. Der Anblick erinnerte mich an die shelter drawings von Henry Moore, welcher Menschen zeichnete, die Schutz vor den Bombardierungen des Zweiten Weltkrieges in der Londoner U-Bahn suchten. Das Gesicht des Krieges zeigte sich nun auch im isolierten Ungarn und die Menschen mussten diesem nach vielen Jahren wieder entgegenblicken.”

Mit diesen Eindrücken begann Nemes mit der malerischen Arbeit und entschloss sich, seine Malgewohnheiten zu ändern und an die Nachkriegsmalerei anzuknüpfen. Er setzte sich mit seinen Lieblingsmalern aus dieser Zeit auseinander: Auerbach, Kossoff, Schönebeck und der frühe Baselitz. "Das Resultat dieser Auseinandersetzung waren massive, dick aufgetragene Malschichten. Obwohl ich mit meinen eigenen Fotografien als Referenz arbeitete (welche ich am Keleti Bahnhof oder an der ungarischen Grenze gemacht habe) hält sich die malerische Umsetzung nicht an die Originalfotografie."

„Am Anfang übertrug ich, was ich an den emblematischen Orten sah und empfand, später kreierte ich Malereien mit metaphorischem Inhalt. So können zerstörte Kirchen für instrumentalisierte christliche Institutionen stehen, die von der gegenwärtigen Politik manipuliert werden. Eine andere Serie von Bildern ist mit Kreuzen übermalt. Sie stehen für das Gefühl von Ärger und Ablehnung. Schliesslich begann ich an Malereien und Zeichnungen zu arbeiten, die mit dem Bürgerkrieg in Aleppo zusammenhängen. Ich googelte Kriegsbilder und realisierte dabei, dass die Situationen starke Emotionen vermitteln beispielsweise wenn ein unbekannter Mann ein Kind aus der völlig zerstörten Stadt trägt. Diese Darstellung von Mann und Kind ist kein verbreiteter ikonographischer Typus. Er hält das Kind in seinem Arm, was fast nur in Mutter-Kind Darstellungen der Fall ist. Die zerstörte Stadtshilouette im Hintergrund wirkt wie eine abstrakte Komposition. Die Ruinen bilden eine Zentralperspektive und der Mann der in der Mitte steht, rettet das Kind, die Zukunft.”