curatedby_2015: Sebastian Cichocki. Łukasz Jastrubczak - Hollow Blocks in a Windowless Room

Eröffnung: Donnerstag, 10. September 2015, 18h
11.09. - 14.11.2015

  • Robert Barry, Untitled (lemon), acryl and ink on paper, 2004, 32x26 cm
  • Łukasz Jastrubczak, Mirage. In Order of Appearance, single-channel video, HD, 102', ed. 5+1, 2015, film still; courtesy: Galeria Dawid Radziszewski
  • Łukasz Jastrubczak, Reconstruction of the Photograph and the Sentence, cardboard model, light, stone, 2015, 50x23x80 cm
  • Łukasz Jastrubczak, Walking on the Spiral Jetty, field recording, side A-4'39'', side B-7'06'', 2014-15, ed. 22
  • Susanne Kriemann, Untitled (nuclear) II, inkjet print on Hahnemühle Photorag, 140x111 cm, 2013, ed. 1/3 +2AP
  • Paweł Kruk, The Lost Interview, single-channel video, 5'51'', ed 5+1, 2009, courtesy: Galeria Dawid Radziszewski
  • Małgorzata Mazur, Untitled (Amarillo), c-print, 2014, 70x80 cm, ed. 5
  • Małgorzata Mazur, Untitled (KENT), c-print, 2014, 180x210 cm, ed. 5
  • Małgorzata Mazur, Untitled (PASSAIC), c-print, 2014, 35x50 cm, ed. 5
  • Agnieszka Polska, Haroun, c-print, 2012, 60x60 cm

with cameo appearances by Robert Barry, Susanne Kriemann, Paweł Kruk, Małgorzata Mazur and Agnieszka Polska

A. A flying tomb disguised as an airplane.
B. Some plans for logical stupefactions.
C. The case of the "missing-link."
D. False theorems and grand mistakes. (Aus Minus Twelve von Robert Smithson)

Die Ausstellung basiert auf Auszügen aus Minus Twelve, Robert Smithsons Schriften über die Eigenschaften der Minimal Art (1968). Der Künstler Łukasz Jastrubczak thematisiert gemeinsam mit dem Kurator Sebastian Cichocki jene Legenden, Fantasien und Fernwirkungen, die Smithson intellektuell zur Folge hatten. Vierzig Jahre nach seinem Tod erscheint dieser als zum Mythos überhöhte Figur, und auch sein Werk stellt heute noch eines der legendenumwobensten des 20. Jahrhunderts dar.

Jastrubczak und Cichocki untersuchen, inwieweit die künstlerischen Ideen der 1960er- und 1970er-Jahre bis dato lebendig geblieben sind. Es geht ihnen in erster Linie um deren Weitergabe – mündlich, aber auch durch spärliche Dokumente und erfundene Mythen. Sämtliche ausgestellte Objekte stehen in Beziehung zum Projekt Mirage, an dem Jastrubczak und Cichocki seit 2011 arbeiten und das als erstes in ein Buch desselben Titels mündete. Darin befindet sich ein Briefwechsel der beiden, und zwar in Form eines spielerischen Duells von Bildern und Texten. Jastrubczaks Fotos entstanden im Zuge einer Reise durch die Vereinigten Staaten, während Cichocki seine schriftlichen Reaktionen, die er als „kuratorische Leitfäden und Hinweise“ bezeichnet, in Polen verfasste. Diese Texte basieren zum Teil auf früheren Aufsätzen Smithsons, aber auch anderer Künstler der 60er- und 70er-Jahre. Als Reaktion auf Fotos entstanden Texte, die wiederum als Anregungen für Fotos dienten usw. Beide hatten für ihre Antworten jedoch nur 24 Stunden Zeit.

Im nächsten Schritt wurde das Buch als eine Reihe inszenierter Lectures, Konzerte, Lesungen und schließlich auch als Film interpretiert. Letzterer nennt sich Mirage: In Order of Appearance und bildet nun das Herzstück dieser Ausstellung. Der Film wurde im Sommer 2014 auf einer Reise Jastrubczaks und Cichockis auf den Spuren ihrer Vorgänger aufgenommen. So folgten sie den Wegen des „grünen“ Konzeptkünstlers John G. Lee, seiner Partnerin Anna Zaloon und der jungen Autostopperin Mia. Leute, die die beiden auf der Reise zufällig trafen, lasen das Buch vor der Kamera und meist ohne Kenntnis, worum es in ihm geht, vor. Einige Elemente der Ausstellung stammen von Gastkünstlerinnen und Künstlern, darunter der legendäre Konzeptkünstler Robert Barry. Ihre Arbeiten werden in die filmische Inszenierung der Ausstellung eingebunden.

Download ebook: curatedby_vienna 2015

Mit dem Projekt curated by_vienna unterstützt die Wirtschaftsagentur Wien mit ihrem Kreativzentrum departure seit 2009 die systematische Zusammenarbeit von Wiener Galerien zeitgenössischer Kunst mit internationalen Kuratorinnen und Kuratoren. Impulsgebend für curated by_vienna 2015 waren Überlegungen zur Schnittstelle zwischen Kunst und Kapital. Der titelgebende Essay „Tomorrow Today" des Philosophen und Literaturwissenschaftlers Armen Avanessian beschäftigt sich mit künstlerischen Strategien für eine post-kapitalistische Ära.