Kamil Kukla - Mass Extinction

Eröffnung: Mittwoch, 20. April 2016, 19h
21.04. - 04.06.2016

  • Kamil Kukla, wt (15MRT), oil on canvas, 110x140 cm, 2015
  • Kamil Kukla, wt (15KCZ), oil on canvas, 140x120 cm, 2015
  • Kamil Kukla, wt (15BLE), oil on canvas, 140x140 cm, 2015
  • Kamil Kukla, wt (15SMO), oil on canvas, 190x160 cm, 2015
  • Kamil Kukla, wt (15HEK), oil on canvas, 160x190 cm, 2015
  • Kamil Kukla, wt (15JAW), oil on canvas, 140x120 cm, 2015
  • Kamil Kukla, wt (15WAP), oil on canvas, 130x150 cm, 2015

Knoll Galerie Wien freut sich die erste Einzelausstellung Kamil Kuklas (*1989, lebt und arbeitet in Krakau) anzukündigen. 

Kamil Kuklas prägnante abstrakte Werke, kann man als klassische Malerei bezeichnen. Malerei, die ihrem in den letzten Jahrzehnten immer wieder neu verfassten Nachruf ein junges, lebendiges und starkes Dasein des Genres entgegenhält. Etwas kehrt in Kuklas Bildern wieder, das oftmals in der Malerei der jüngeren Generation vermieden oder vermisst wird: eine frische und mutige Auseinandersetzung mit Alten Meistern, deren Techniken und Genres.

Kamil Kukla setzt seine Malerei nach jenen Parametern um, die das klassische Tafelbild auszeichnet: Lichtführung, Farbe, Komposition, Flächen und Formen. Er kombiniert frei feine und krakelige Pinselstriche mit voluminösen hell-dunkel Farbkörpern, und einzelnen Passagen von dynamischen Farbverläufen, die wie flüchtige Insekten durch die Bilder schwirren und ihre Spuren hinterlassen. Die Hintergründe bleiben meist monochrom oder zeigen sanfte Farbverläufe. Kuklas abstrakte Farb- und Formkonglomerate schweben in einem unbestimmten Raum, ähnlich der bekannten niederländischen Stillleben, die beispielsweise einen Ausschnitt eines Tisches oder manchmal Raumes zeigen ohne genauerer Verortung. Immer wieder meint man etwas Konkretes in Kuklas Bildern zu erfassen - wilde Vegetation, Fragmente von Tierkörpern, fremde Tiefseelebewesen, sprudelnde Geysire oder unbekannte Pflanzenwelten. In Kuklas Bildern herrscht niemals Ruhe und Kontemplation, da der Betrachter kein Zentrum des Geschehens ausmachen kann. Er wird durch die Bildfläche gejagt, von sorgsam modellierten Farbkörpern, zu abstrakten, gestischen Pinselstrichen, hinein in die Untiefen eines Farbverlaufs und wieder heraus zu Fragmenten organischen Lebens, welches man zu erkennen vermeint. Es ist Kuklas Gespür für Komposition und sein außergewöhnliches Farb- und Formvermögen, dass dem wirren Leben in seinen Bildern Struktur verleiht. Er dirigiert alle Elemente, in dem er auf altmeisterliche Techniken und Ausdrucksformen der abstrakten Malerei zurückgreift und sie vereint. Seine Bildsprache zeigt eine erfrischende Sichtweise auf die Möglichkeiten der abstrakten Malerei heute. 

Kamil Kuklas Arbeiten in der Ausstellung „Mass Extinction“ entstanden aus seiner intensiven Beschäftigung mit biologischen Prozessen heraus. Komplexe Vorgänge, die der Mensch zu erklären und darzustellen versucht, wobei oft eine abstrahierende Beschreibung oder Abbildung als vermittelndes Modell fungiert. Evolution und Untergang diverser Spezies, Lebensformen unterschiedlicher Erdzeitalter, die beeindruckende Diversität von Leben an sich und deren kontextspezifische Darstellungen, oder auch die subjektive Positionierung in den uns umgebenden Makro- und Mikrokosmen - es sind diese Themen, die Kamil Kukla in seiner Malerei bündelt. Innerhalb der Zeitabschnitte des Planeten gab es immer wieder Phasen mit explodierendem Leben, und Phasen in denen ganze Spezies ausgelöscht wurden. Was das Anthropozän bereit hält? Malerei jedenfalls; und Musik - wie die selbst komponierten, sphärischen Sounds von Kamil Kukla zeigen. 

Mit freundlicher Unterstützung von: