curated by_ Edit Sasvari: Homage - Ideal or Pattern?

Ákos Birkás (HU) in collab. mit György Jovánovics (HU)
Noah Fischer (NY)
Tamás Kaszás (HU)
Genti Korini (ALB)
Olivia Mihaltianu (RO)
Csaba Nemes (HU)
Klára Rudas (HU)
Mózes Márton Muranyi (HU)


Eröffnung:
Donnerstag, 08. September 2016, 18h
09.09. - 12.11.2016

  • Ákos Birkás, Homage to Victor Man, watercolor and acrylic on paper, 2016, 29,7x21 cm
  • Tamás Kaszás, Sunday Trespasser (Homage to Mózes Murányi), wooden bulletin-board (190x59 cm), photos, lino-cut print on paper, 2008-16
  • Klara Rudas, untitled, oil on canvas, 2016, 50x50 cm
  • Genti Korini, Shapes from the Screen no 11, oil on canvas, 2016, 60x45 cm
  • Genti Korini, Shapes from the Screen no 12, oil on canvas, 2016, 60x45 cm
  • Genti Korini, Shapes from the Screen no 13, oil on canvas, 2016, 60x45 cm
  • Olivia Mihaltianu, Film-Métrage, 35mm film, 19:00 min, super 8 dress (85x150cm), 1996-2016
  • Mózes Márton Murányi, Iron Curtain, video documentation, 01:21 min., 2009, etching print on paper
  • Csaba Nemes, What Happened to this State? (Illiberal Forint 01), mixed media on paper, 2016, 23,5x30,5 cm
  • Csaba Nemes, What Happened to this State? (Illiberal Forint 07), mixed media on paper, 2016, 23x50 cm
  • Noah Fischer, What happened to this State? Flood and Fire Currency, print on paper, 2016, 30x13 cm
  • Noah Fischer, What happened to this State? Permanent Immigration Crisis Currency, print on paper, 2016, 30x13 cm

Heute klingt das Phänomen der Hommage im Kontext der zeitgenössischen Kunst derart merkwürdig, dass wir kaum unseren Ohren trauen, wenn wir davon hören. Es erinnert uns an ältere, autoritäre und hierarchische Aspekte von Kunst: offene Ehrerbietung und Hochachtung gegenüber der Größe des Künstlers, der Vaterfigur. Die Antriebskraft hinter diesem Konstrukt ist im Wesentlichen die heroische Haltung, gemäß derer die Kunst auf Ideale zu reagieren hat. 

Gemeinsam mit den Künstlerinnen und Künstlern, die an diesem Projekt für die Knoll Galerie arbeiten, suchen wir nach Antworten auf die Frage, wie alte, autoritäre Vorstellungen von Hommage weitergedacht werden können und ob es überhaupt eine nicht-hierarchische Form von Hommage geben kann. Ist diese Haltung generationenspezifisch vorzufinden und wie und in welcher Form könnte die Hommage eines älteren Künstlers oder Künstlerin an die jüngere Generation interpretiert werden?

Gleichzeitig stellt sich angesichts von bestehenden „Mustern“ die Frage, wie osteuropäische Kunstschaffende eine weitere hierarchische Beziehung, nämlich jene von Zentrum und Peripherie in Bezug auf den Westen, in Frage stellen können. Die Frage lautet kurzum: Welche neuen Formen von Hommage könnten von Künstlerinnen und Künstler heute als Inspiration angesehen werden?
Einen Schritt weitergedacht, führt Diedrich Diederichsens Vorschlag zur Frage ob Kunst heute von Idealen geleitet ist. Anders ausgedrückt: Hat Kunst Ideale vor Augen oder folgt sie eher Verhaltensmustern oder Karrierestrategien? 

Die an dieser Ausstellung teilnehmenden Kunstschaffenden wurden in erster Linie aus Ungarn und Osteuropa eingeladen, da ich diese Region am besten kenne, wobei ein Künstler aus New York dazukommt. Ich habe Künstlerinnen und Künstler unterschiedlicher Generationen und mit unterschiedlichem Hintergrund in Bezug auf ihre künstlerische Sozialisierung ausgewählt. In diesem Projekt werden keine vollständigen Werke ausgestellt, sondern eher die Ergebnisse eines Diskurses über die oben angeführten Fragen. Edit Sasvári